Handwerk

Im Handwerk entstehen Leistungen überwiegend vor Ort – auf Baustellen, beim Kunden oder im laufenden Betrieb. Abgerechnet wird projektbezogen, häufig in Form von Abschlags-, Teil- und Schlussrechnungen, ergänzt durch Aufmaße, Nachträge und Materialeinsätze. Diese Arbeitsweise steht im deutlichen Kontrast zu den strukturierten Vorgaben der EN 16931. In der Praxis zeigt sich das in einer Vielzahl konkreter Herausforderungen: Individuelle Leistungen und variable Preislogiken lassen sich nur begrenzt standardisiert abbilden, während Medienbrüche zwischen Baustelle, Büro und Buchhaltung zu manuellen Übertragungen und Verzögerungen führen. Hinzu kommen uneinheitliche Softwarelösungen ohne durchgängige Integration sowie unvollständige Stammdaten. Unterschiedliche Anforderungen von öffentlichen und privaten Auftraggebern erhöhen den Abstimmungsaufwand zusätzlich.

Das Branchencenter „Handwerk“ bringt Betriebe aus verschiedenen Gewerken mit Branchenverband und Anwendungsentwicklern zusammen, um genau diese Fragestellungen praxisnah zu bearbeiten. Ausgehend von konkreten Abläufen – etwa bei Aufmaß, Nachträgen oder Abschlagsrechnungen – werden typische Problemstellungen gesammelt, strukturiert und gemeinsam weiterentwickelt. Daraus entstehen Umsetzungsempfehlungen, die sich an den tatsächlichen Arbeitsbedingungen im Handwerk orientieren. Betriebe, die sich einbringen, stellen sicher, dass ihre eigenen Herausforderungen berücksichtigt werden und direkt in die Ausarbeitung einfließen. Gleichzeitig entsteht eine verlässliche Grundlage, die anderen Unternehmen im Handwerk hilft, die E-Rechnung im Alltag umsetzbar zu machen.

Zentrale Schwerpunkte

Strukturierung projektbezogener Abrechnungsmodelle

Abbildung individueller Leistungen, Nachträge und variabler Preislogiken

Reduktion von Medienbrüchen und manuellen Prozessen

Integration heterogener Softwarelösungen

Sicherstellung konsistenter Stammdaten und Kundenanforderungen